Pädagogik

Die Deutsche Pfadfinderschaft Sankt Georg unterstützt als Erziehungsverband Kinder und Jugendliche bei der Entwicklung ihrer Persönlichkeit. Drei Prinzipien in der Pädagogik stehen im Vordergrund, entwickelt hat sie der Gründer der Pfadfinderbewegung, Lord Robert Baden-Powell.

»Paddle your own canoe« meint, dass Kinder und Jugendliche zunehmend eigenständig entscheiden und handeln können. Sie können sich – bildlich gesprochen – immer besser auf dem Fluss des Lebens zurechtfinden und ihren Weg bestimmen.

»Learning by doing« heißt, aus Erlebnissen und Erfahrungen zu lernen. Kinder und Jugendliche gewinnen Fähigkeiten und Fertigkeiten, wenn sie als Pfadfinder handeln. Sie entdecken die Welt, probieren aus und handeln. Es entsteht ein Prozess, in dem Pfadfinder die Welt mit offenen Augen sehen.

»Look at the boy / girl« bedeutet, dass sich die Arbeit der DPSG an den Bedürfnissen der Kinder, Jugendlichen und jungen Erwachsenen orientiert. Ihre Entwicklung und ihre Interessen stehen im Mittelpunkt der pfadfinderischen Erziehung.

Die Grundlinien der Lebensauffassung geben den Pfadfinderinnen und Pfadfindern Orientierung bei ihrem Engagement. Um den pädagogischen Anspruch zu erreichen, arbeitet die DPSG in vier Altersstufen: Kinder von 7 bis 10 Jahren heißen Wölflinge, von 10 bis 13 Jahren Jungpfadfinder. Jugendliche werden mit 13 Jahren Pfadfinder und mit 16 Jahren Rover. Im Alter von 20 Jahren endet die Zugehörigkeit zu einer Roverrunde.

Im Alter von 18 Jahren und mit dem Beginn der LeitungerInnenausbildung können junge Erwachsene die Leitung einer Wölflings-, Jungpfadfinder- oder Pfadfindergruppe übernehmen. Roverinnen und Rover können nicht gleichzeitig LeiterInnen sein, da durch eine Doppeltätigkeit häufig Konflikte innerhalb der Rover- und Leiterrunde entstehen. Im Alter von 22 Jahren können Frauen und Männer die Leitung einer Roverrunde übernehmen.

 

7 – 10 Jahren Wölflinge
10 – 13 Jahren Jungpfadfinder
13 – 16 Jahren Pfadfinder
16 – 20 Jahren Rover
ab 18 Jahren Leiter

 

Diese Regelung soll der persönlichen Entwicklung jedes Kindes gerecht werden. So muss die Stufe nicht zwangsweise zu einem bestimmten Alter gewechselt werden – man hat Zeit den jeweils passenden Punkt für die Übergabe abzuwarten. In unserem Stamm wechseln dabei nur die Grüpplinge – die LeiterInnen bleiben in ihren entsprechenden Stufen.

Der Weg über die vier Altersstufen bietet jedem Mitglied die Chance, sich in und mit der Gruppe zu entwickeln. Im Wechselspiel der Dynamik einer Gruppe, ihren Plänen, Erlebnissen und deren Reflexion entfaltet sich die Persönlichkeit jedes Einzelnen. Im Entdecken, Ausprobieren, Wagen und Unterwegssein werden Kinder und Jugendliche ermutigt, ihr Leben selbst in die Hand zu nehmen.

 
 

Leiterpädagogik

Ein Stamm ohne Jugendliche ist genau so leblos und vor allem sinnlos wie ein Stamm ohne Leiter. Als erwachsener Mensch ab dem Alter von 18. Jahren trägt man besondere Verantwortung für das Zusammenleben und Zusammenarbeiten im gesamten Stamm und in "seinem" Trupp im besonderen.

Für sich selbst und andere einstehen zu können, muß erst einmal probiert werden. Erwachsene Leiterinnen und Leiter begleiten und unterstützen diesen Prozeß. Sie ermuntern die Mitglieder ihrer Gruppen, gemeinsam das Programm der Gruppe zu gestalten und darauf zu achten, daß es für jeden einzelnen zu einer Bereicherung seiner Persönlichkeit wird. Auf diesem Wege entdecken die erwachsenen Leitungskräfte des Verbandes ihr eigenes Leben neu und setzen sich als Partner und Anwalt von Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen für deren Anliegen und Interessen ein.

Eine Stärkung und Reflexion dieser Ziele findet regelmäßig in der Leiterrunde statt. Man denkt gemeinsam über das Pfadfinder-Sein nach und setzt sich mit inhaltlichen Fragen auseinander, plant Lager und Veranstaltungen, bespricht die weitere Entwicklung des Stammes und reflektiert Erlebnisse, ringt um Positionen und entwickelt politische Handlungsformen. Die Leiterrunde ist gemeinsam unterwegs für das Zusammenleben des ganzen Stammes.